Thema 2016 – Körperkult

 

Gratwanderung zwischen Selbstliebe und Selbstzerstörung

Fast 80% der 13- bis 15-jährigen Jugendlichen in der Schweiz sind mit ihrem Körper nicht zufrieden. Jungen wollen mehr Muskeln, Mädchen weniger Gewicht. Die Fachstelle für Essstörungen PEP am Inselspital Bern registriert zunehmend junge Männer, welche sich in Behandlung begeben, weil sich ihr Leben nur noch um einen Null-Fett-Körper dreht. Der einzige Lebensinhalt dieser Jugendlichen ist Muskelaufbau und Fettabbau. Um dieses Ziel zu erreichen, werde auch zu illegalen Substanzen gegriffen.
Die Notrufnummer der Pro Juventute erhält pro Tag rund vier Anrufe von Jugendlichen, weil sie wegen ihres Körpers verunsichert sind. Mädchen hungern, weil sie schlank sein wollen und laufen Gefahr, magersüchtig zu werden. Viele junge Männer stehen unter einem
enormen psychischen Druck, einen definierten Oberkörper haben zu müssen. In der Schweiz werden immer mehr Jugendliche behandelt, die aufgrund ihres übermässigen Anabolika-Konsums unter Nebenwirkungen leiden.
Der Druck und Anspruch, einen perfekten Körper zu haben, hat sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Jugendlichen enorm stark zugenommen. Das 1. Rheintaler Lehrlingsforum widmet sich deshalb dem Thema «Körperkult – Gratwanderung zwischen Selbstliebe und Selbstzerstörung».